Tor Browser
Communication · The Tor Project
Screenshots von Tor Browser
Der Tor Browser ist der offizielle Android-Browser des Tor Project, der gemeinnützigen Organisation, die das Tor-Netzwerk betreut. Er ist kostenlos, enthält keine Werbung und bietet keine In-App-Käufe. Laut Entwickler ist er der einzige mobile Browser, den das Projekt offiziell unterstützt. Mit mehr als 50 Millionen Installationen und durchschnittlich 4,5 Sternen aus rund 290.000 Bewertungen ist er eindeutig kein Nischenexperiment.
Das Kernversprechen ist klar: surfen, ohne verfolgt, beobachtet oder ausgesperrt zu werden. Die App isoliert jede geöffnete Website, beendet deren Cookies, wenn Sie fertig sind, und leitet Ihren Datenverkehr über ein Relay-Netzwerk. Wer Ihre Verbindung beobachtet, kann so nicht erkennen, welche Seiten Sie geladen haben. Wenn Ihnen das wichtiger ist als möglichst schnelle Ladezeiten, sollten Sie sich diesen Browser zuerst ansehen.
Wie er Tracker von Ihrer Spur fernhält
Die meisten Browser behandeln die Nutzung wie ein einziges, fortlaufendes Gespräch. Genau dadurch können Werbenetzwerke Ihre Aktivitäten über die besuchten Seiten hinweg zusammenführen. Der Tor Browser geht den entgegengesetzten Weg. Jede Website wird von den anderen getrennt gehalten, sodass Tracker von Drittanbietern Sie nicht von einer Seite zur nächsten verfolgen können. Cookies, die dennoch gesetzt werden, löscht der Browser automatisch, sobald Sie das Surfen beenden.
Dieses Konzept hat über die Privatsphäre hinaus einen praktischen Vorteil. Da nichts von einer Website zur nächsten mitgenommen wird, kann ein Tracker, der Sie auf einer Seite erkennt, Sie auf der nächsten nicht wiedererkennen. Für alle, die sich ungern im Netz profilieren lassen, ist das der Teil der App, der am deutlichsten sichtbar wirkt.
Der Kompromiss gehört zu diesem Ansatz dazu. Durch Isolation und automatisches Löschen gehören die Annehmlichkeiten eines Browsers, der sich an Sie erinnert, etwa angemeldet zu bleiben oder einen Warenkorb zwischen Besuchen gefüllt zu lassen, nicht zum Konzept. Der Entwickler hat ein Werkzeug für Menschen gebaut, die jede Website lieber frisch starten.
Was ein Netzwerkbeobachter sehen kann und was nicht
Die zweite Aufgabe des Tor Browsers ist es, Ihr Surfen vor jedem zu verbergen, der die Verbindung selbst überwacht. Laut Entwickler kann jemand, der Ihren Datenverkehr beobachtet, nicht erkennen, welche Websites Sie besuchen. Er sieht nur, dass Sie Tor verwenden. Dieser Unterschied zählt in Netzwerken, die Sie nicht kontrollieren, ob am Arbeitsplatz, auf dem Campus oder an einem öffentlichen Hotspot.
Im Hintergrund führt das Tor-Netzwerk Ihre Verbindung durch drei Verschlüsselungsschichten. Nach Angaben des Projekts besteht das Netzwerk aus Tausenden ehrenamtlich betriebenen Servern, den sogenannten Relays. Durch diese Schichtung lässt sich die Route nur schwer zu Ihnen zurückverfolgen.
Dasselbe Netzwerk kann Sie außerdem zu Seiten führen, die Ihr Internetanbieter gesperrt hat. Ist eine Seite über Ihre normale Verbindung nicht erreichbar, ist der Tor Browser darauf ausgelegt, diese Sperre zu umgehen. Das ist der deutlichste Grund, einen zweiten Browser installiert zu lassen, auch wenn Sie ihn nicht täglich verwenden.
Mit der Masse verschmelzen statt aufzufallen
Fingerprinting ist die leisere Bedrohung: Selbst ohne Cookies kann eine Website Sie anhand der Kombination aus Browserversion, Bildschirmgröße, Schriftarten und weiteren Details identifizieren. Tor will erreichen, dass alle Nutzer gleich aussehen. Der Entwickler stellt das als Möglichkeit dar, eine solche Identifizierung zu erschweren.
Die Idee dahinter: Anonymität wächst, wenn man unauffällig ist. Statt jedem Gerät ein eigenes Profil zu erlauben, arbeitet der Browser auf ein gemeinsames Profil hin. Das ist eine andere Philosophie als die Anpassbarkeit, die die meisten Browser fördern, und sie bestimmt, worin die App gut ist.
Ich gehe davon aus, dass dies vor allem Leser anspricht, die ohnehin darüber nachdenken, was ihr Gerät über sie verrät. Beim Surfen bemerkt man diese Funktion nicht, aber sie ist einer der Gründe, warum das Projekt den Browser als Datenschutzwerkzeug und nicht als Allzweck-Browser versteht.
Was Sie bei der Installation erwartet
Der Tor Browser ist kostenlos und quelloffen, wird von einer gemeinnützigen Organisation aus den USA entwickelt, und das Projekt bittet Nutzer, mit einer Spende die Arbeit am Laufen zu halten. Die Installation kostet nichts, und in der App gibt es nichts zu kaufen.
Die App ist für alle Altersgruppen eingestuft und gehört zur Kategorie „Kommunikation“. Das spiegelt wider, was sie ist: ein Werkzeug zum Surfen und kein soziales oder Messaging-Produkt. Das Projekt pflegt eine Hilfedokumentation und einen Blog mit Neuigkeiten zu Versionen und verweist Nutzer dorthin.
Die jüngste Version enthält laut Beschreibung wichtige Sicherheitsverbesserungen, Details nennt das Projekt in den Versionshinweisen. Das ist erwähnenswert. Ein Browser, der an ein Anonymisierungsnetzwerk gekoppelt ist, muss auf dem neuesten Stand bleiben. Updates als Routine statt als Option zu betrachten, gehört deshalb zur guten Nutzung.
Wer am meisten davon hat
Dieser Browser eignet sich für Menschen, denen es vor allem darum geht, nicht verfolgt, beobachtet oder gefiltert zu werden. Dazu zählen Leser, die sich mit sensiblen Themen befassen, Reisende in Netzwerken, denen sie nicht vertrauen, und alle, die dort leben, wo gewöhnliche Seiten von ihrem Anbieter gesperrt werden. Der Durchschnitt von 4,5 bei sehr vielen Bewertungen deutet darauf hin, dass viele Nutzer finden, die App leiste, wofür sie sie installiert haben.
Er passt außerdem zu Lesern, die Open-Source-Software einer gemeinnützigen Organisation einem Browser vorziehen, der an ein Werbegeschäft gebunden ist. Die Struktur des Projekts und seine Abhängigkeit von Spenden gehören für diese Zielgruppe zum Reiz.
Meine Erwartungen würde ich beim Komfort im Alltag dämpfen. Ein Browser, der jede Website isoliert und anschließend Cookies löscht, will nicht der Browser sein, in dem Sie überall angemeldet bleiben. Wer möchte, dass Konten, Verlauf und Anmeldungen über Besuche hinweg erhalten bleiben, hat andere Prioritäten, als sie dieser App zugrunde liegen.
Gründe, ihn installiert zu lassen
Der Tor Browser verdient einen Platz auf einem Android-Gerät, weil er eine bestimmte Aufgabe gut erfüllt und dafür nichts verlangt. Er ist kostenlos, werbefrei und quelloffen, blockiert Tracker von Drittanbietern, verbirgt Ihre Ziele vor Netzwerkbeobachtern und erreicht Seiten, die Ihr Anbieter womöglich sperrt. Das sind konkrete, überprüfbare Versprechen statt vager Datenschutzfloskeln.
Die Nachteile ergeben sich aus dem Konzept. Sie tauschen die Annehmlichkeiten eines Browsers, der sich an Sie erinnert, gegen Isolation und automatisches Löschen von Cookies ein, und Sie verlassen sich auf das Tor-Netzwerk, das laut Projekt ehrenamtlich betrieben wird. Leser, die reibungsloses Surfen im Alltag wünschen, empfinden das möglicherweise als unpassend.
Meine Empfehlung: Installieren Sie ihn neben dem Browser, den Sie jetzt verwenden, und nicht als Ersatz. Greifen Sie zum Tor Browser, wenn es um Privatsphäre oder Zugang geht, und behalten Sie Ihren normalen Browser für die Nutzung, bei der Sie angemeldet bleiben möchten. So erhalten Sie den Schutz, ohne gegen das Konzept anzukämpfen.
Er eignet sich gut für datenschutzbewusste Nutzer, für Menschen, die gesperrte Seiten umgehen wollen, und für alle, die einen Browser von einer Organisation ohne Werbeinteressen möchten. Wenn das auf Sie zutrifft, spricht wenig dagegen, ihn auszuprobieren.
Kurzfazit
Ein kostenloser, werbefreier Browser, der Ihr Surfen verbirgt und Tracker blockiert. Am besten nutzen Sie ihn neben Ihrem Alltagsbrowser, statt ihn als Ersatz zu verwenden.
App-Details
- Version15.0.24 (140.17.0esr)
- Aktualisiert29. September 2026
- Downloads50 Mio.+
- ErfordertAndroid 5.0+
- PreisKostenlos
- AltersfreigabeAlle
Tor Browser: Häufig gestellte Fragen
Was tut der Tor Browser konkret für meine Privatsphäre?
Der Browser hält jede Website getrennt, damit Tracker von Drittanbietern Sie nicht von Seite zu Seite verfolgen können, und löscht Cookies automatisch, sobald Sie fertig sind. Außerdem leitet er Ihren Datenverkehr über das Tor-Netzwerk. Wer Ihre Verbindung überwacht, sieht dadurch nur, dass Sie Tor verwenden, nicht aber, welche Seiten Sie besucht haben. Das Projekt will zudem erreichen, dass alle Nutzer gleich aussehen, damit Fingerprinting schwieriger wird.
Kann ich mit dem Tor Browser Seiten öffnen, die mein Internetanbieter sperrt?
Ja, das gehört zu den erklärten Zwecken. Da Ihr Datenverkehr über das Tor-Netzwerk läuft und nicht direkt zur Website, kann der Browser auch Seiten erreichen, die ein Internetanbieter gesperrt hat. Das ist einer der wichtigsten Gründe, die App installiert zu lassen, selbst wenn Sie meistens einen anderen Browser nutzen.
Kostet der Tor Browser etwas oder zeigt er Werbung?
Die Installation ist kostenlos, die App enthält keine Werbung und bietet keine In-App-Käufe. The Tor Project ist eine gemeinnützige Organisation aus den USA und bittet Nutzer, eine Spende für die Entwicklung in Betracht zu ziehen, die App selbst kostet jedoch nichts. Die Nutzung ist kostenlos.
Bleibe ich zwischen zwei Besuchen auf Websites angemeldet?
Das Konzept spricht dagegen. Jede Website ist von den anderen isoliert, und Cookies werden automatisch gelöscht, sobald Sie mit dem Surfen fertig sind. Genau das verhindert, dass Tracker Sie seitenübergreifend verfolgen. Komfortfunktionen, die darauf beruhen, dass sich ein Browser an Sie erinnert, etwa dauerhafte Anmeldungen, laufen diesem Ansatz zuwider. Sie können den Tor Browser für datenschutzkritische Nutzung behalten und daneben einen zweiten Browser für alles andere verwenden.
Wird der Tor Browser regelmäßig aktualisiert?
Ja. Die jüngste Version enthält laut Beschreibung wichtige Sicherheitsverbesserungen, und das Projekt veröffentlicht Versionshinweise mit Details zu den Änderungen. Bei einem Browser, der an ein Anonymisierungsnetzwerk gekoppelt ist, kommt es auf Updates an. Sie zeitnah zu installieren, gehört daher zur richtigen Nutzung.
Vorteile
- Kostenlos, ohne Werbung und ohne In-App-Käufe
- Isoliert jede Website und blockiert Tracker von Drittanbietern
- Cookies werden automatisch gelöscht, wenn das Surfen endet
- Datenverkehr wird dreifach weitergeleitet und verschlüsselt
- Erreicht Seiten, die Ihr Internetanbieter sperrt
Nachteile
- Cookies und Anmeldungen bleiben zwischen Besuchen nicht erhalten
- Auf Privatsphäre statt auf Komfort im Alltag ausgelegt
- Setzt auf ehrenamtlich betriebene Tor-Relays
- Gemeinnütziges Open-Source-Projekt
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